Interventionen im dystopischen Raum.

Präambel

Die Erodierung der Stadtkerne ist ein weit verbreitetes Phänomen. In Paderborn sind der Königsplatz und der unterirdische ZOB durch Leerstände gekennzeichnet, Angsträume tun sich auf. Dem begegnet die Stadt mit Umbaumaßnahmen: zeitgemäßere Fassaden, neues Pflaster und Beleuchtung sollen den Ort aufwerten. Demgegenüber stehen die Ruinen einer überholten Vision vergangener Jahrzehnte. Wie können Künstler_innen dieser Situation begegnen? Wie soll man überhaupt darauf reagieren?
Der Leerstand ist ein Möglichkeitsraum. Die Ruine eine Chance für künstlerische Intervention, eine Stelle, die Fragen aufwirft, uns auffordert zu reagieren. Perspektive: Abriss. ist gedacht als Kollaboration unterschiedlicher Akteure, welche gemeinsam einen Ort durch dekadente Handlungen überführen - die kurz bevorstehende Zerstörung immer mitgedacht.
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Freilichtmuseum Marienstraße: Erste (und letzte) Ausstellung

Im Rahmen der Initiative Perspektive: Abriss. wurde auch das Freilichtmuseum Marienstraße eröffnet. Mit einmaligem Weitblick über die Stadt Paderborn und erstklassiger Lage bietet es den Exponaten einen Raum, der mit keiner Galerie vergleichbar ist. Gezeigt werden Objekte, die sich mit Okkupation, Zerstörung und Architektur beschäftigen.

Miriam Schröder: Bunker

Tim Pickartz: Okkupierte Körper

Die Ausstellung ist aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich. Im Rahmen der Abrissarbeiten werden sowohl die gezeigten Arbeiten als auch das Freilichtmuseum selbst zerstört.

HOT-line

Die Sprechstunde an der HOT-line wird das nächste Mal (und zum letzten Mal) am 08.08.2014, von 18 - 19 Uhr abgehalten. Hier ein kurzer Mitschnitt vom 29.07.2014.


Perspektive: Abriss. Monique Breuer "HOT-line" on Vimeo.



cut-in / link / cut-of

Verbindungen schaffen - Trennen
Schmelzen / Schwitzen / Abkühlen
Aufwerten
Entfunktionalisieren
Erhitzen, Verflüssigen, Erstarren
Temporär
Aufgreifen von Strukturen. Verarbeiten
Abschotten
Beleuchten / Schatten werfen
Sichtbar machen - Verstecken
Blockieren
Ernst nehmen
Konservieren, um zu Zerstören






Nach dem Sinn fragen. Trotzdem. Machen




HOT-line

Die HOT-line befindet sich direkt im Eingangsbereich des HOT. Hier spricht Monique Breuer zu den Passanten, diese können ihr antworten.



I have a dream...



Mit ihrer Titelgebung verweist Lisa Kuntze-Fechner auf die ganz großen Visionen der Menschheit. Vorstellungen, die so absurd oder unwahrscheinlich sind, dass man sie nur noch träumen kann. Man denkt an ABBA, die in ihrem Song "I have a dream" die Musik als Stütze in allen Lebenslagen bezeichnen. Oder sogar an Martin Luther King, der in seiner berühmten Rede von einem Traum sprach, der so natürlich und doch fern erscheint - bis heute.

... and it's pink and cheap

Mit dem zweiten Teil ihres Titels bricht Lisa Kuntze-Fechner mit diesen großen Erwartungen allerdings wieder. Sie richtet sich eine Welt ein, die pink und billig ist. Assoziationen von Konsum, (überformter) Weiblichkeit und drag kommen auf. Der Umgang mit Raum und Material zeugen nicht von einer großen Vision, sondern von einer Spontanität, die irgendwo zwischen befreiender Freude und ungebändigter Wut angesiedelt ist. Dieser Traum ist ein ganz persönlicher. In Lisa Kuntze-Fechners pinker Welt von etwa 10 Quadratmetern haben wir als Außenstehende nur einen Platz, wenn wir uns ähnlich spontan, ganz billig und pink, geben - sonst bleiben wir mit unseren Träumen, kleinen wie großen, außen vor.




Ankündigung: Sprechstunde an der HOT-line

Ab morgen, Dienstag den 29.07.2014, bis Donnerstag den 31.07.2014 wird Monique Breuer jeweils zwischen 18:00 und 19:00 Uhr eine Sprechstunde an der HOT-line im Eingangsbereich abhalten. Interessierte sind herzlich eingeladen.




Haus der Offenen Fenster / Mitose

Zustände I - V des Spiels "Mitose (HOT: Fensterfront)" von insgesamt XVII Zuständen:







Die Fenster blieben bis zum Verlassen der Teilnehmer_innen des Gebäudes gegen 20:00 geöffnet.

Mitose (HOT: Fensterfront)

SPIELREGELN

I. Es gibt ein Spielfeld, gebildet aus der Fensterfront des Gebäudes in der Marienstraße 24 in Paderborn. Dieses Spielfeld umfasst 12 Fenster in drei Reihen.
II. Das Spiel startet, indem ein aleatorisch bestimmtes Fenster geöffnet wird. (2W6)
III. In jeder Spielrunde wird ein an ein offenes Fenster angrenzendes weiteres Fenster geöffnet.
IV. Die Richtung wird aleatorisch bestimmt. (36W4) Nicht durchführbare Würfe werden wiederholt.
V. Diese Entwicklung wird in der Reihenfolge fortgesetzt, in der die Fenster geöffnet wurden.
VI. Ist ein Fenster von allen vier (bzw. je nach Position allen drei oder zwei) Seiten von offenen Fenstern umgeben, scheidet es aus der Entwicklung aus.
VII. Das Spiel endet, wenn alle Fenster geöffnet sind.
VIII. Die Fenster bleiben einige Stunden geöffnet, bevor das Spielfeld in seinen Ausgangszustand zurückgeführt wird.

[Ergänzung]
IX. Lässt sich ein Fenster nicht öffnen, wird es als außerhalb des Spielfeldes definiert. Würfe, die auf dieses Feld verweisen, gelten als nicht durchführbar.

Tim Pickartz: Mitose | Spiel I, Zustände I, III, V, VI | Radierung auf Bütten | 38 x 26,5 cm | 2009

2W6: 6, 5;
33W4: 1, 4, 2, 2, 4, 4, 4, 1, 1, 1, 4, 4, 4, 4, 1, 4, 1, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4, 4; [Nach Einführung von Regel IX] 4, 1, 4, 4, 2, 4, 2, 4, 4, 4, 4, 4, 3, 4;