Interventionen im dystopischen Raum.

Präambel

Die Erodierung der Stadtkerne ist ein weit verbreitetes Phänomen. In Paderborn sind der Königsplatz und der unterirdische ZOB durch Leerstände gekennzeichnet, Angsträume tun sich auf. Dem begegnet die Stadt mit Umbaumaßnahmen: zeitgemäßere Fassaden, neues Pflaster und Beleuchtung sollen den Ort aufwerten. Demgegenüber stehen die Ruinen einer überholten Vision vergangener Jahrzehnte. Wie können Künstler_innen dieser Situation begegnen? Wie soll man überhaupt darauf reagieren?
Der Leerstand ist ein Möglichkeitsraum. Die Ruine eine Chance für künstlerische Intervention, eine Stelle, die Fragen aufwirft, uns auffordert zu reagieren. Perspektive: Abriss. ist gedacht als Kollaboration unterschiedlicher Akteure, welche gemeinsam einen Ort durch dekadente Handlungen überführen - die kurz bevorstehende Zerstörung immer mitgedacht.
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Downstairs

Vor Ort gefundene Klänge werden geloopt und zu einem Musikstück verarbeitet. Der Klang der zum Abriss freigegebenen Materialien und Gebäudeteile spielt mit der  speziellen Akustik der leergeräumten Architektur.
Installiert wird das Stück in zwei aufeinander folgenden Kellerräumen, die durch ihre spezielle Beleuchtung auffallen und zu dem Stück inspirierten.


PERSPEKTIVE ABRISS by Linnemayer & tubais



The set has been recorded in collaboration with the project Perspektive: Abriss.
It represents the ongoing destruction works in the building composed in electronic music and at the same time the recreation of an abandoned property through interceding artists.

Linnemayer & tubais will perform an non-public set at the HOT tomorrow (Wednesday) from 9pm, even though you won't be able to come in since it is an abandoned construction building you're invited to pass by and see or hear what is going on inside.

Wir bauen eine Stadt





Musikalischer Gedankenansatz / Sendehinweis

"Da entsteht diese neue, raue Maschinenmusik, und dann fällt die Mauer. In Ostberlin kollabiert die Verwaltung, die ehemalige Hauptstadt der DDR verwandelt sich in eine „Temporäre Autonome Zone“. Plötzlich gibt es all diese Räume zu entdecken: Keller im staubigen Niemandsland des ehemaligen Todesstreifens oder Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Gefeiert wird in leerstehenden Heizkraftwerken und Fabrikhallen und natürlich: illegal.
Kaum Text, dafür Rhythmus – die Musik ist sowohl für die Kids aus dem Osten als auch aus dem Westen komplett neu. Dazu die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten, die der politische Umbruch bietet. In den Ruinen und Brachen entsteht eine neue Kultur, die zur prägenden Jugendkultur der 90er Jahre wird. Während sich im Rest der wiedervereinten Bundesrepublik bald der Wendekater einstellt, scheinen in der entstehenden Technoszene für eine Weile Gegensätze nicht mehr zu zählen.“