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| Artikel bereitgestellt durch das Stadtarchiv Paderborn |
Interventionen im dystopischen Raum: Haus der Offenen Tür, Marienstraße 24, Paderborn.
Interventionen im dystopischen Raum.
Präambel
Der Leerstand ist ein Möglichkeitsraum. Die Ruine eine Chance für künstlerische Intervention, eine Stelle, die Fragen aufwirft, uns auffordert zu reagieren. Perspektive: Abriss. ist gedacht als Kollaboration unterschiedlicher Akteure, welche gemeinsam einen Ort durch dekadente Handlungen überführen - die kurz bevorstehende Zerstörung immer mitgedacht.
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Am Wendepunkt
Änderungen der Informationen auf der Homepage am 09.08.2014, vorherige Texte:
Vom 25.07.2014 bis voraussichtlich zum 08.08.2014 intervenieren unterschiedliche Teilnehmer_innen im ehemaligen Haus der Offenen Türin der Marienstraße 24, Paderborn. Der Abriss ist bereits im vollen Gange, der Ort wird transformiert. Welche Perspektiven neben dem Abriss durch die künstlerischen Eingriffe aufgezeigt werden, wird in diesem Blog dokumentiert.
Das Gebäude ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich! Nur im Rahmen der Finissage am 08.08.2014 können die Räume besichtigt werden, ansonsten können die künstlerischen Arbeiten nur in diesem Blog betrachtet werden.
Informationen
Achtung
Orte, die verängstigen. // Orte, der Geborgenheit und Freude.
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| Installation-Shot der Arbeit von Lisa Kuntze-Fechner in der Städtischen Galerie am Abdinghof. |
„Ohne Titel“ (Architekturelemente Königsplatz), Beton, Abguss, Königsplatz, März 2014
„Der Königsplatz als Unort mitten im Zentrum Paderborns gilt als Bausünde und verfällt zunehmend. Leerstand und dunkle Ecken dominieren das Bild. Um die Architektur noch einmal wertzuschätzen und Elemente sichtbar zu machen, welche kaum beachtet werden habe ich die Deckenelement vergrößert und den Betrachtern vor die Füße gelegt, um ihnen eine neue Bühne zu bieten. Die Funktion wird von der Form abgelöst. Die Deckenelemente werden zu einer Bodenskulptur transformiert und bilden eine neue Dynamik im Raum. Vor Ort sollten die leerstehenden Räume als Ausstellungräume dienen und mit den Betonelementen bespielt werden, während die eigentliche Decke auf den Boden gespiegelt werden soll um die dunklen Ecken heller werden zu lassen und nur noch die Formen der Decke in den Fokus zu setzten. Der Ort soll interessant werden und die Menschen anziehen, statt sie zu verängstigen und ihn zu meiden.“So habe ich im März meine Arbeit beschrieben. Vor Ort habe ich mich unwohl gefühlt und der Leerstand samt seiner „Bewohner“ war befremdlich und angsteinflößend.
„I have a dream… and it’s pink and cheap“, HOT, Farbe, Luftballons, Geschenkpapier, Geschenkband, Juli 2014
Vier Monate später. Gedanklich sind die beiden Arbeiten unzertrennlich. Und auch räumlich liegen sie so nah beieinander, dass ich von der einen Arbeit die andere Arbeit bzw. den Ursprung der anderen Arbeit sehen kann. Die Formen der Arbeiten unterscheiden sich gänzlich. Der Raum mit Farbe ist wild und dynamisch, ein expressiver Ausdruck von Gefühlen und Sehnsüchten. Die Betonelemente sind fast farblos, ein Element gleicht der Form des Anderen und sie sind perfekt ausgerichtet. Ein Gefühl kommt nicht durch, die Ästhetik war der Mittelpunkt des Arbeitens. Die Architektur spielt eine konträre Rolle. Die Wertschätzung wird durch das Bespritzen der Wände mit Farbe nicht aufgenommen, sie geschieht auf der Ebene der Möglichkeiten, welche der Leerstand bietet. Die Situation etwas einfach machen zu können wird wertgeschätzt. Absurd, da die tragische Situation des Leerstands so zu einer persönlichen Chance wird und den Teilnehmern von „Perspektive: Abriss“ künstlerischen Spielraum bereitet, welcher äußerst positive Empfindungen hervorrufen kann. Der oben beschriebene Unort bekommt eine neue Färbung. Rosarot wie die Farbe an den Wänden und das Licht im Lachszimmer. Zuvor flüchtige Gestalten werden mit fast familiärem Blick auf ihren üblichen Wegen wahrgenommen. Ein kleines Zuhause ist im Abrisshaus am Unort entstanden. Die Teilnehmer freuen sich jeden Tag aufs Neue sich dort wiederzusehen. Und zwischen den beiden Arbeiten liegt auf einmal ein wehmütiges Gefühl, wenn ich mir vorstelle, dass das bald nicht mehr sein wird. Dennoch ein positives Fazit: Schön zu wissen, dass jeder Ort ein Ort von Geborgenheit, Freude und kollektivem Ausdruck werden kann und dass das Wort „Unort“ für mich und vielleicht uns emotional nicht länger negativ behaftet bleibt.
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