Interventionen im dystopischen Raum.

Präambel

Die Erodierung der Stadtkerne ist ein weit verbreitetes Phänomen. In Paderborn sind der Königsplatz und der unterirdische ZOB durch Leerstände gekennzeichnet, Angsträume tun sich auf. Dem begegnet die Stadt mit Umbaumaßnahmen: zeitgemäßere Fassaden, neues Pflaster und Beleuchtung sollen den Ort aufwerten. Demgegenüber stehen die Ruinen einer überholten Vision vergangener Jahrzehnte. Wie können Künstler_innen dieser Situation begegnen? Wie soll man überhaupt darauf reagieren?
Der Leerstand ist ein Möglichkeitsraum. Die Ruine eine Chance für künstlerische Intervention, eine Stelle, die Fragen aufwirft, uns auffordert zu reagieren. Perspektive: Abriss. ist gedacht als Kollaboration unterschiedlicher Akteure, welche gemeinsam einen Ort durch dekadente Handlungen überführen - die kurz bevorstehende Zerstörung immer mitgedacht.

Stadt / Montage

In seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“ montierte Alfred Döblin unterschiedlichste Texte, von
Anzeigen, Nachrichten, Werbetexten, Praxisschildern über Artikel aus Sachbüchern, Schlagertexten und Liedern bis hin zur Literatur. Dennoch unterscheidet sich diese Montage erheblich vom simplen Einfügen von Texten, um dadurch die Authentizität oder Veranschaulichung des Erzählten
zu erhöhen, sondern Döblin baut seinen Roman aus den Versatzstücken, aus denen auch die Stadt Berlin aufgebaut ist. Ihm gelingt durch die Montage die Poetisierung dieser Großstadt.
Welche Versatzstücke brauchen wir, um eine Poesie zu verfassen, die der Innenstadt Paderborns, den Königsplätzen, dem HOT gerecht wird? Was macht es mit einem Text (einem Kunstwerk) wenn die Architektur, auf die Bezug genommen wird, im Wandel ist oder sogar verschwindet?

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